Zoom Play – Ein Theaterstück zum online aufführen

Ein Theaterstück, das man online über Zoom (oder eine andere Konferenzplattform) aufführen kann – darauf kommt man auch nur während Coronazeiten. Eine Autorenfreundin brachte mich auf diese Idee. 

Derzeit geht alles irgendwie online: Workshops, Impro Aufführungen, Poetry Slam, Storytellingveranstaltungen, Theater Lesungen etc.. Einige meiner letzten Blog Artikel wie The Show must go online!, Improtheater online – probier es aus! oder Theater Hobby in Zeiten von Corona handelten davon.  

Was ich noch nicht gesehen habe, ist ein online Theaterstück. Damit meine ich nicht eine Aufzeichnung eines Stücks auf der Bühne, das dann gestreamt werden kann. Sondern damit meine ich ein Stück, das man online aufführen kann, sozusagen remote, in Echtzeit. Die Bühne ist Zoom oder ein anderes online Konferenzprogramm. Jeder der Schauspieler ist zu Hause. Es wird vorher einstudiert und geprobt und dann per Livestream aufgeführt. Zuschauer können entweder direkt in der Konferenzschaltung zusehen, müssen dabei allerdings ihre Kameras und Mikrofone ausgeschaltet haben oder aber per Livestream auf Socialmedia Kanälen.

Schreiben eines Theaterstücks für eine Online Aufführung

Die Idee war geboren. Was jetzt folgte: Ein Stück schreiben und das war gar nicht so einfach. Denn es muss ja ein Stück sein, bei dem sich die Schauspieler nicht physisch treffen oder in einem Raum sind. Es muss ein Plot sein, den man über Telefongespräche darstellen kann. Und sind wir ehrlich, vieles was passiert und interessant genug ist, um es zu zeigen oder ein Theaterstück darüber zu schreiben, basiert auf persönlichen Kontakten, Verbindungen, Konflikten. Ein Thema oder ein Konflikt zu finden, das übers Telefon ausgetragen werden kann, ist gar nicht so einfach. Es hat mich einige Tage Brainstorming und hin und her überlegen gekostet, bis ich auf die Idee gekommen bin, die später zu meinem Stück wurde.

Ein bisschen geschummelt habe ich: Zwei Schauspieler müssen zusammen in einer Wohnung sein, also am besten eine Wohngemeinschaft oder ein Paar. Aber alle anderen können ‘zu Hause bleiben’. 

Inhaltliche Entscheidung – sollte Corona ein Thema sein?

Was mir außerdem wichtig war: Ich wollte kein Coronastück. Überall wo ich hin sehe, was ich lese und worüber ich auch selbst schreibe – alles hat mit Corona zu tun. Ich wollte das bewusst aus meinem Stück raus lassen. Es ist ein Stück, das während Coronaeinschränkungen entstand und aufgeführt werden kann, aber die Geschichte selbst sollte nichts mit Corona zu tun haben und keinerlei Erwähnung finden. Es ist eine ganz normale Szene, die in einer ganz normalen Zeit stattfinden kann. 

Technische Feinheiten

Daraus folgernd ist die Konferenzschaltung zumindest in meinem Stück nicht das Medium, worüber die Charaktere miteinander kommunizieren – es ist sozusagen nur die Bühne. Denn sind wir ehrlich, vor Corona haben Konferenzschaltungen noch nicht so eine große Rolle gespielt. Man hat sich doch eher rein telefonisch ausgetauscht. Die ganzen Dialoge des Stücks bestehen also aus Telefonaten und NICHT Videotelefonaten.  

Dieser technische Aspekt wäre vermutlich anders ausgefallen, wenn das Stück über oder zumindest in der Zeit von Corona spielen würde. Denn über Konferenzen und Videocalls und -chats überwinden wir derzeit Social Distancing und wäre damit ein elementarer Bestandteil eines Theaterstücks das einen Bezug zu Corona hat.   

Film versus Theater

Du magst dich jetzt fragen, was da der Unterschied zum Film ist: Ganz klar, keine bewusst gewählten Kameraeinstellungen, keine Schnitte, keine Nachbearbeitung, man hat nicht mehrere Versuche für eine Szene etc. Alles passiert, als ob es live auf der Bühne dargestellt wird. 

Das online Theaterstück

Hier ist eine erste Fassung des Stücks allerdings auf Englisch. Es heißt Interruptions und handelt von Telefonaten, die ein Paar ständig dabei unterbrechen, endlich zu der schönsten Sache der Welt zu kommen. 

Es ist möglich, dass es weitere Überarbeitungen geben wird. Auch eine deutsche Version werde ich noch schreiben. 

Aufführung

Eine Aufführung der englischen Version ist in Planung, aber genauere Details über das Wie und Wann stehen noch nicht fest. 

Solltest du Lust bekommen haben, dieses Stück auf Deutsch ‘auf die Bühne’ zu bringen – schreib mir einfach über das Kontaktformular und ich werde mich mit der Übersetzung beeilen. 

Die Englische Version steht bereits hier als Download zur freien Verfügung, allerdings bitte ich dich, mich über eine Aufführung zu informieren – möchte sie mir nämlich sehr gerne angucken – und natürlich meinen Namen als Autor zu nennen.

2 Gedanken zu „Zoom Play – Ein Theaterstück zum online aufführen“

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